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Brunn, A. / Lißner, B. / Stadelbacher, A.: |
Archäologie Digital 2.
Magisterarbeiten auf CD-ROM. |
Freiburg: archaeomedia, 2004 .- CD-ROM.
ISBN 3-935846-01-0 |
Inhalt:
- Andreas Brunn
- Archäologische Untersuchung der mittelalterlichen Bergstadt Prinzbach
(Magisterarbeit 1991)
Die kleine Ortschaft Prinzbach bei Biberach im Kinzigtal hat eine bewegte Vergangenheit: im Mittelalter wurde hier intensiv Silberbergbau betrieben. Ungewöhnlich ist, dass die Spuren des Bergbaus auch innerhalb des ehemals von einer starken Mauer umgebenen Stadtgebietes zu finden sind. Durch die archäologische Untersuchung sollte vorrangig der zeitliche, räumliche und funktionale Zusammenhang von Bergbau und Stadt geklärt werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, die diesbezüglichen Erkenntnisse, welche bisher in Form von Vorberichten an verschiedenen Stellen veröffentlicht wurden, gebündelt zu präsentieren und zu diskutieren. Zu diesem Zweck wird zunächst der Begriff der Bergstadt geklärt und mit einigen Beispielen illustriert. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Problematik nicht oder nur bruchstückhaft überlieferter Schriftquellen zum rechtlichen Status einer Siedlung gelegt und der Versuch unternommen, archäologische Indizien zu definieren, anhand derer eine Siedlung als „Stadt“ eingeordnet werden kann.
Den Hauptteil der Arbeit bildet die ausführliche Darstellung der Ausgrabungsergebnisse im historischen und topographischen Kontext. Durch die anschließende Gegenüberstellung mit vergleichbaren Bergbausiedlungen aus anderen europäischen Mittelgebirgsregionen kann gezeigt werden, daß Prinzbach in einer für den Schwarzwald bisher einzigartigen Weise die Merkmale eines mittelalterlichen Bergbaureviers und einer Stadt vereinigt. Ihre Entstehung, der rasche Aufstieg und die kurze Blütezeit sind auf das engste mit der Ausbeutung der Silberlagerstätten im 12./13. Jahrhundert verknüpft.
Birgit Lißner
- Analyse der frühbronzezeitlichen Gruppen in Süddeutschland
(Magisterarbeit 2003)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frühbronzezeit Süddeutschlands, die nach dem aktuellen Forschungsstand in die Gruppen Straubing, Adlerberg, Neckar, Ries, Oberrhein/Hochrhein sowie das Gräberfeld von Singen aufgegliedert wird.
Die ausführliche Beschreibung der Forschungsgeschichte sowie der einzelnen Gruppendefinitionen zeigt deutlich, wie unterschiedlich sich die Resultate der Bearbeitung der Frühbronzezeit in Süddeutschland darstellt. Dies führte zu einer Fragestellung, deren Schwerpunkt auf der Überprüfung der aktuellsten Definitionen und daran anschließend auf der Untersuchung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der frühbronzezeitlichen Gruppen zueinander lag.
Um die Fragen beantworten zu können, bedurfte es einer Beschreibung der einzelnen Gruppen in einer einheitlichen und vergleichbaren Weise. Die im Anschluß daran erstellten Tabellen zeigen an, mit welcher relativen Häufigkeit die einzelnen Elemente in den Gruppen vertreten sind.
Als Ergebnis läßt sich festhalten, daß die aktuellsten Gruppendefinitionen bei einer Überprüfung am Material in der Mehrzahl nicht bestätigt werden konnten, weshalb von der bisher angewandten Aufgliederung in immer kleinere Gruppen Abstand genommen werden sollte. Diese zieht Grenzen zwischen den Regionen, die so am Material nicht nachweisbar sind.
Weiterhin konnte herausgestellt werden, daß die süddeutschen Gruppen mehr gemeinsame als trennende Merkmale aufweisen, wobei die verbindenden Elemente hauptsächlich aus den Bereichen Grabbau, Bestattungssitte und Metallbeigaben kamen, während sich Keramik und Steinartefakte eher als trennende Merkmale erwiesen.
Um untersuchen zu können, ob und wieweit sich das süddeutsche Gebiet von benachbarten frühbronzezeitlichen Gruppen abgrenzt, wurde stellvertretend ein Gräberfeld der Unterwölbinger Gruppe Österreichs herangezogen. Auch hier ließen sich deutliche Übereinstimmungen feststellen, die hauptsächlich zur Straubinger Gruppe in Bayern bestehen, aber auch darüber hinaus weiter zu den westlichen Gruppen.
Anja Stadelbacher
- "Nur Paradestücke der Chronologie?"
Eine Untersuchung über Nachbestattungen im Rahmen des Glockenbecher-Phänomens
(Magisterarbeit 1999)
Nachbestattungen sind als Teil einer relativen Chronologie äußerst wichtig und beweiskräftig, deshalb tritt der chronologische Aspekt bei Fragestellungen zu Nachbestattungen in der Regel in den Vordergrund. Die vorliegende Magisterarbeit wählte sich andere Fragen als Ausgangspunkt:
Ist das Anlegen von Nachbestattungen im Bereich des Glockenbecher-Phänomens (GBP) als Ausdruck einer bestimmten Idee oder Intention der Bestattenden anzusehen, die nicht rein funktional, z.B. im Sinne einer Arbeitserleichterung, zu sehen ist?
Es galt somit zu untersuchen, ob sich die GBP-Nachbestattungen vom „üblichen Bestattungsbrauch“ in dem jeweiligen Regionalgebiet unterscheiden und wie diese Unterschiede zu deuten sind. Ebenso wurden die Nachbestattungen hinsichtlich gemeinsamer Merkmale untersucht. Das Arbeitsgebiet umfasste die mittel- und osteuropäischen Bestattungsbefunde des GBPs.
Von der Literatur ausgehend wurden alle Befunde des GBPs, die als Nachbestattung angesprochen wurden, einer Überprüfung unterzogen und hinsichtlich ihrer Aussagekraft in drei Kategorien unterteilt.
Basierend auf den Befunden der Kategorie I (ungestörter Befund, eindeutige GBP-Nachbestattung, Beigaben eindeutig zuordenbar) wurden Nachbestattungsfaktoren erarbeitet, welche die Nachbestattungen untereinander verbinden und gleichzeitig vom Großteil der „regulären“ GBP-Bestattungen des jeweiligen Regionalgebietes unterscheiden. Es konnte aufgezeigt werden, daß die Nachbestattungen des GBPs weit mehr darstellen als „Paradestücke der Chronologie“.
Abschließend wurden anhand der beiden Interpretationsansätze „Legitimation durch Tradition“ und „Der Akt einer Ablösung: Manifestation und Überprägung“ Möglichkeiten vorgestellt, wie dieser besondere Bereich im Feld der Bestattungssitten des GBPs verstanden werden kann.
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